Sind Extreme eine Alternative? – Es ist beileibe nicht alles schlecht!
Bei der Kommunalwahl am 13.09.2026 entscheiden die Bürgerinnen und Bürger von Salzhemmendorf
gemeinsam über die Zukunft des Fleckens. Dieser digitale Flyer soll ausdrücklich keine Wahlempfehlung für eine bestimmte Partei geben. Er soll allenfalls darauf aufmerksam machen, wie geringschätzig sich radikale Kräfte mit den Belangen vor Ort auseinandersetzen. Wir in Salzhemmendorf haben ohnehin kaum einen Anlass uns mit dieser Thematik zu befassen, da der rechte Rand hier vor Ort gar nicht antritt, trotz der großspurigen Ankündigung vor Monaten, dass sie in jeder Gemeinde und für jede Bürgermeisterwahl mit Kandidaten antreten würde. Kleinlaut musste verkündet werden, dass es nicht gelungen sei, überall „geeignete“ Kandidatinnen und Kandidaten zu finden. So auch hier bei uns. Eine Schlussfolgerung hieraus könnte sein, dass potenzielle Personen den Ruf der Antidemokraten sogar schädigen könnten. Wahrscheinlicher zu vermuten ist aber, dass sich niemand traut, für die Extremen in den Ring zu steigen. Dies ist vor dem Hintergrund des Wahlerfolgs bei der letztjährigen Bundestagswahl überraschend, lässt aber hoffen, dass das seinerzeitige Votum doch vor allem ein Ausdruck der Unzufriedenheit mit der Merz’schen Regierungspolitik war. Sei‘s drum, Rechtsaußen ist vor Ort nur in Bezug auf die Kreistags- und Landratswahl im Rennen. Programmatisch ist auch hier nur eine Leerstelle zu konstatieren: Ein Kommunalwahlprogramm gibt es nicht, und auch der Landratskandidat bleibt jede Antwort schuldig, was er denn für Ziele hat. Und den Wahlplakaten sind auch nur Schlagworte zu entnehmen, die insbesondere keinen Bezug zu kommunalen Belangen haben. Das entspricht auch dem Verhalten im Kreistag in den letzten Jahren: Keine oder nur einzelne unkonstruktive Anträge… Damit genug!
Trotz nicht zu leugnender Probleme im Flecken Salzhemmendorf hat die Politik für die Bürgerinnen und Bürger – zumeist in parteiübergreifender Einigkeit eine ganze Menge erreicht in den letzten fünf Jahren:
1. Beide Grundschulen befinden sich im Aufwind, haben derzeit eine zufrieden stellende Lehrkräfteversorgung und werden auch baulich auf einen den Erfordernissen entsprechenden Zustand gebracht. In Oldendorf steht die Errichtung einer Mensa unmittelbar bevor, in Salzhemmendorf wird in den kommenden Jahren ein kompletter Anbau errichtet werden. Zudem sind beide Schulen digital mit modernen Activeboards und Tablets unterwegs und auch der Brandschutz entspricht vollumfänglich den Erfordernissen. So bedauerlich die Schließung der Grundschulen in Wallensen und Lauenstein vor über zehn Jahren auch gewesen sein mag, eine notwendige Modernisierung der Gebäude und eine passende Lehrkräfteversorgung hätten Kommune und Schulverwaltung vor nicht zu lösende Probleme gestellt. – Die KGS gehört zwar nicht in den Aufgabenbereich der Gemeinde, gleichwohl ist sie wichtiger infrastruktureller Bestandteil des Fleckens und bietet – gerade frisch renoviert – das komplette Bildungsangebot bis hin zum Abitur und pflegt mit diversen Projekten die Verbundenheit mit der Gemeinde!
2. Auch die Kindergärten im Gemeindegebiet befinden sich in einem insgesamt erfreulich guten Zustand, wenngleich die Personaldecke immer mal wieder kneift und insbesondere der bauliche Zustand in Lauenstein nicht mehr der beste ist. Gegenwärtig ist das Platzangebot in allen Altersklassen ausreichend, die momentan abnehmende Kinderzahl lässt die Situation auch künftig entspannter erscheinen. Eine neue Waldkindergruppe in Osterwald hat zusätzlich entlastende Wirkung gezeitigt und das Gesamtangebot erweitert. MIt dem Landkreis als eigentlich zuständigem Träger der Kinderbetreuung ist es zu einem finanziellen Ausgleich gekommen, der zwar nicht alle Erwartungen erfüllt, aber in jedem Falle dafür gesorgt hat, dass wir eine bessere Versorgung anbieten können als der Landkreis, der nur eine Mindestversorgung tragen würde. Und so bleibt die Gemeinde „Chefin“ im eigenen Haus!
3. Auch unsere Feuerwehren befinden sich in einem guten Zustand: Mit der Zentralisierung in Oldendorf ist ein weiterer gut ausgestatteter Standort geschaffen worden, für die Ortsteile Salzhemmendorf, Lauenstein und Hemmendorf ist zudem der Claim für ein neues gemeinsames Gebäude bereits abgesteckt und die Finanzierung sichergestellt worden. Und natürlich gibt es auch in diesem Bereich immer wieder Wünsche, über die in Einzelfällen noch verhandelt werden muss, gleichwohl: Die Wehren sind leistungsfähig und wir als Bürgerinnen und Bürger können nur dafür dankbar sein, dass sich so viele ehrenamtliche Kameradinnen und Kameraden für unser aller Wohl und Sicherheit einsetzen.
4. Selbst wenn die Verkehrsinfrastruktur hinsichtlich mancher schadhafter Straßen noch nicht sämtliche Erwartungen erfüllen konnte, so sind immerhin wichtige Brücken in Wallensen, Salzhemmendorf und Benstorf instand gesetzt worden bzw. befinden sich noch in der Phase der Erneuerung. Auch einige Kreisstraßen durch das Gemeindegebiet wurden erneuert bzw. stehen wie die nach Osterwald unmittelbar vor einer Generalüberholung.
5. In Thüste und auch in Salzhemmendorf entstehen gerade neue Gewerbegebiete, die ansässigen wie auch auswärtigen Interessierten eine attraktive Ausdehnungs- oder Ansiedlungsmöglichkeit bieten. In einigen Ortsteilen sind zudem abbruchreife Gebäude abgerissen und durch Neuanlagen ersetzt worden. Wallensen erhält so nach dem Abriss des Ratskellers hoffentlich eine 24/7-Einkaufsmöglichkeit, wenn denn genügend Einwohnerinnen und Einwohner die erforderlichen Anteile zeichnen.
6. Die Neubaugebiete der Gemeinde haben sich in den letzten Jahren ebenfalls gut entwickelt und etliche Neubürgerinnen und Neubürger samt ihrer Familien angezogen. Zudem ist das Gemeindegebiet mittlerweile nahezu vollständig mit Glasfaseranschlüssen versorgt, so dass auch die digitale Entwicklung am Flecken nicht vorbei geht.
7. Die Grundversorgung an Geschäften ist im Flecken Salzhemmendorf gleichfalls gesichert, wenn auch nicht mehr in allen Ortsteilen. Das hat natürlich mit unser aller Einkaufsverhalten und Nutzung des Internets zu tun. Das tragisch zu nennende Ende der Bäckerei Bohne hat leider für Filialschließungen gesorgt, wenngleich ein erheblicher Teil der Belegschaft schnell eine neue Anstellung bei den Bäckereien Biels und Grube gefunden hat. Hinsichtlich der Kreditinstitute vor Ort ist ebenfalls zu konstatieren, dass sie nicht mehr alle Serviceleistungen anbieten können: Homebanking, bargeldloser Zahlungsverkehr und Bargeldversorgung im Supermarkt haben kostspielige Bankautomaten vielerorts überflüssig gemacht.
8. Zu den Erfolgen gehört auch der Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Schwimmhalle, deren Erhalt nicht zuletzt dafür sorgt, dass insbesondere unsere Kinder frühzeitig das Schwimmen erlernen: beileibe keine Selbstverständlichkeit mehr in deutschen Landen. Zudem erhält die Gemeinde das Waldbad in Osterwald und nach kürzlichen Beschluss auch das Naturerlebnisbad in Lauenstein, das gleichzeitig mit seinem Gelände eine Oase hinsichtlich des immer wichtigeren Hitzeschutzes darstellt.
9. Die Aufnahme bislang zweier Gemeindeteile in das Dorfentwicklungsprogramm wird hoffentlich für weitere Verbesserungen in den betroffenen Ortsteilen sorgen, die zum allergrößten Teil vom Land finanziert werden.
10. Auch in Sachen Energiewende und Klimaschutz hat sich bereits einiges getan, wenn auch noch weiterhin deutlich Luft nach oben bleibt: In der Gemeinde wird jetzt schon mit Windrädern, Photovoltaik und Biogas mehr Energie erzeugt als vor Ort verbraucht wird. Weitere Anlagen sind geplant bzw. stehen vor der Verwirklichung und sorgen für mehr Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern in politisch sehr unsicheren Zeiten. Etliche gemeindeeigenen Liegenschaften werden bereits mit heimischer Energie versorgt, weitere sollen folgen. Zudem ist die kommunale Wärmeplanung weit fortgeschritten und in Lauenstein macht das energetische Quartierskonzept gute Fortschritte.
11. Differenziert ist der Bereich Migration / Ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger / Integration zu betrachten: Genaue Zahlenangaben sind aufgrund der Fluktuation nur schwer zu erfassen, insgesamt sind die Zahlen aber schon länger rückläufig. Unterbringungsmöglichkeiten sind genügend vorhanden. Problematisch ist bisweilen die Zuweisung von Personen ohne Bleiberecht durch die vorgesetzten Stellen. Die Integration der wenigen anerkannten Asylbewerber läuft wiederum ohne nennenswerte Probleme, da es bei uns keine Ballung auf engem Raum wie in vielen Städten gibt. Eine „Blase“ gibt es hingegen bezüglich zugewanderter EU – Bürger an zwei Stellen in der Gemeinde. Vorwürfe hinsichtlich rechtlicher Verfehlungeni, insbesondere der „Erschleichung“ sozialer Leistungen haben sich als haltlos erwiesen und beruhen nur auf Gerüchten. Mindestens ein Familienmitglied geht einer geregelten Berufstätigkeit nach. Auch hier sind mittlerweile Schritte zur Entspannung der Lage eingeleitet worden.
12. Ein Sorgenkind ist gegenwärtig gewiss die ärztliche Versorgung vor Ort und dieses Problem ist bis jetzt wirklich nicht gelöst, wenngleich immerhin eine Arbeitsgruppe an dem Thema arbeitet. Der Trend zieht viele junge Medizinerinnen und Mediziner in die Städte. Leider gehören Hausarztpraxen auf dem Lande nicht gerade zur ersten Wahl. Der Versuch des Landes, eine Ausbildungsquote für Interessierte ohne den notwendigen Abiturschnitt zu schaffen ist zwar lobenswert, muss aber dringend erweitert werden, um die Versorgung auf dem Lande zu sichern. Hier sind die Möglichkeiten auf örtlicher Ebene leider sehr begrenzt.
13. Auch die Verkehrsanbindung mit dem ÖPNV könnte gewiss besser sein, allein es fehlen im Landkreis Busfahrerinnen und Busfahrer, und auch das segensreiche Wirken des Bürgerbusvereins hat seine Grenzen, weil sich derzeit zu wenige Ehrenamtliche für den Fahrdienst finden.
Alles in allem steht unsere Gemeinde hinsichtlich vieler Belange der Aufzählung zufolge gar nicht so schlecht da und doch wird bedauerlicherweise auch bei uns vermehrt „gemeckert“. In der Tat ist der Flecken wie andere Gemeinden auch hoch verschuldet, allein erlaubt sich die Gemeinde keinen Luxus. Es müssen Aufgaben erfüllt werden, die landes- oder bundesweit nicht gegenfinanziert werden und so den Schuldenstand in die Höhe treiben. Aber kann das die Ursache dafür sein, dass sich auch bei uns ein bisweilen rüder Umgangston eingeschlichen hat?. Menschen kapseln sich von ihrer Nachbarschaft gerne mit Stahlmattenzäunen ab, die zudem noch durch eingezogenes Plastik jedweden Blick verhindern. Wir reden leider immer weniger miteinander und halten uns aus vielen Dingen heraus oder beklagen für uns nur, was alles schlecht ist. Hier nun der Demokratie die Schuld anzulasten und den Ausweg bei Gruppierungen zu suchen, die nicht an Lösungen, sondern nur an der Macht im Staat interessiert sind, halten wir für den falschen und gefährlichen Weg. Das Beispiel Ungarn hat gezeigt, wie Herr Orban den Staat in seinem Sinne und zugunsten seiner Freunde geknechtet hat. Dieser Spuk ist sehr zum Ärger der Extremisten, denen Orbans Ungarn als Vorbild galt, beendet. Politik bedarf eines funktionierenden Interessensausgleichs durch gemeinsam getragene Kompromisse der Beteiligten. Nur so gelangen wir zu Erfolgen und nicht durch autoritäre Regierungen. Gehen Sie am 13. September in jedem Falle zur Wahl und wählen Sie demokratisch!
